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Geschichte der Gemeinde Elsdorf

Ein kurzer geschichtlicher Abriss zur Geschichte der Gemeinde Elsdorf

Gemeindewappen

Wappen der Gemeinde Elsdorf seit 1975

Elsdorf ist eine recht junge Gemeinde, die im Zuge der Gebietsreform im Land Nordrhein-Westfalen am 1. Januar 1975 gebildet wurde.

Sie ist Rechtsnachfolgerin der bis dahin selbständigen Gemeinden Angelsdorf, Elsdorf, Esch, Heppendorf, Niederembt und Oberembt.

Schon in der Spätantike gab es im Bereich der Römerstraße, die mitten durch die Gemeinde verläuft, zahlreiche Gehöfte. Aber erst in der fränkischen Besiedlungsperiode entstanden die Dorfformen, wie wir sie heute kennen. Die Wurzeln der Gemeinde reichen zurück in das Ende des 5. Jahrhunderts, als die fränkischen Ansiedlungen schon eine gewisse Besiedlungsdichte aufwiesen, wie die Ausgrabungen mehrerer fränkischer Gräberfelder im Bereich der Gemeinde belegen. Eine erste schriftliche Nennung Elsdorfs ist uns aus dem 12. Jahrhundert überliefert.

Der Sage nach stammt der Name Elsdorf von Egilhard, dem im Jahr 881 bei Bergheim erschlagenen Abt von Korneli­münster. Einer seriösen Prüfung hält diese Version jedoch nicht Stand. Die Dorfnamen leiten sich überwiegend von den Namen derer her, die dort die Keimzelle der Ansiedlung bewohnten und bewirtschafteten: Elsdorf = Dorf des Agil; Berrendorf = Dorf des Bero; Heppendorf = Dorf des Heppo, usw. Die Entwicklung des Namens unserer zentralen Ortschaft geht über Egilo-, Egilis-, Eilsdorp, bis hin zu Elsdorf.

Um das Jahr 1800 hatte Elsdorf ca. 500 Einwohner; nach der Gründung der Zuckerfabrik der Firma Pfeifer & Langen im Jahr 1869 vergrößerte sich die Bevölkerungszahl des Ortes in bedeutendem Maße. Heute leben in der Gemeinde Elsdorf über 21.000 Einwohner.

Das Kriegsende vor 65 Jahren - Eine Serie von Willi Weiss


Nach dem Scheitern der Ardennenoffensive im Winter 1944 / 45 und der darauf folgenden Überquerung der Rur zwischen Düren und Linnich am 23. Februar 1945 durch die US-Army erreichte die Front schon einige Tage später den westlichen Teil des damaligen Kreises Bergheim. Größtenteils wurden die Einwohner der für die Wehrmacht als strategisch wichtig eingestuften Orte evakuiert.

Als Zeitzeugen der einzelnen Kampfhandlungen in unserem Kreis standen daher fast ausschließlich nur die Kampfteilnehmer beider Seiten zur Verfügung. In dieser Dokumentation über die Kämpfe im Kreis Bergheim, auch Erftstellung genannt,  zusammen getragenen Fotos und Dokumente verdeutlichen den von den US-Soldaten verwendeten Satz "The last killing ground in the West". Die zahlreichen Kriegsgräber im heutigen Rhein-Erft-Kreis, also vor unserer Haustür, sollten uns als Mahnmale dienen, dass so etwas nie wieder vorkommt.

Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart.

Zum Verfasser: Der 1956 in Oberaußem geborene Willi Weiss beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit diesem Thema. In dieser Zeit entstand ein Archiv in Form von Fotos, Dokumenten und Berichten das wohl als einzigartig angesehen werden kann.

Unter dem Thema "Vor 65 Jahren - Als die Front den Kreis Bergheim  erreichte" erscheint in regelmässigen Abständen eine Dokumentation über die Kampfhandlungen im Kreis Bergheim von Willi Weiss an dieser Stelle.

Weitere Informationen zu Ereignissen in den Jahren 1939 - 1945 im  Kreis Bergheim finden Sie auf der Webseite von Willi Weiss.


Teil 1

Vor 65 Jahren - als die Front den Kreis Bergheim erreichte.

Von Willi Weiss - archiv-oberaussem.com

Die Kämpfe an der Rur bei Jülich, Düren und Linnich

Bereits im Januar 1945 bereinigte ein britischer Vorstoß (Operation Blackcock) den nördlichen Abschnitt der Rurfront, die sogenannte Heinsberger Tasche, und warf die deutschen Verteidiger auch hier auf das östliche Rurufer zurück. Der finale Vorstoß der Amerikaner ließ nicht lange auf sich warten. Bereits am 8. Februar begannen die Briten weiter nördlich ihren Vorstoß auf Wesel (Operation Veritable). Als erster amerikanischer Großverband war das V. US-Korps unter Generalmajor Ruebner am 4. Februar zum Angriff auf die Rurstaudämme angetreten. Die schwachen Truppen der 15. deutschen Armee konnten dem Ansturm nicht standhalten, und Generalfeldmarschall Model gab Befehl, die Rurtalsperre zu sprengen. Durch die Überflutung der Uferräume der Rur sollte der amerikanische Vormarsch gestoppt werden. Als die 9. Armee unter General Simpson die Rur am 9. Februar erreichte, konnte er die nun zum reißenden Fluss gewordene Rur nicht überschreiten. Er meldete ans Hauptquartier, dass er vor Ablauf von zwei Wochen die Rur nicht überschreiten könne und jeder Angriff in der Zwischenzeit sinnlos sei.

Erst am 15. Februar ließ sich ein Rückgang des Wasserpegels messen. Als der Pegel weitere fünf Tage lang gesunken war, fiel im Hauptquartier der 9. US Armee die Entscheidung: Am 23. Februar sollte der Übergang mit Sturmbooten und Behelfsbrücken gewagt werden. Vier amerikanische Korps traten zwischen Hilfarth und Düren zum Angriff an. Das 16. Korps südlich Hilfarth, das 11. Korps beiderseits von Linnich, das 19. Korps bei Jülich und das 7. Korps bei Düren. Die Reste der 15. deutschen Armee hatten sich in dem schweren Gelände an den Eifelstraßen im Raum Roermond bis südlich von Düren aufgestellt und erwarteten den Großangriff. Es waren allesamt schwache Verbände, weit unter Sollstärke, die trotzdem noch als Korps bezeichnet wurden. Dazu gehörte das 12. SS-Panzerkorps, das allerdings nur aus Heereseinheiten bestand, sowie das LXXXI., LXXIV. und das LXVII. Korps. Hitler hatte in einem Befehl vom 21. Januar den Befehlshabern erklären lassen, dass jede Aufgabe einer Stellung und jede Absetzbewegung rechtzeitig bei ihm gemeldet werde, und dass sein Gegenbefehl die vorderste Truppe noch rechtzeitig erreichen würde. Es wurde also entgegen den Ratschlägen der Offiziere, die eine elastische Verteidigung vorschlugen, der Befehl ausgegeben, die Stellung um jeden Preis zu halten. Außerdem wurde die Anlage rückwärtiger Verteidigungsstellungen verboten. Die Soldaten sollten wissen, dass hinter ihnen keine Sicherheit existierte.

Schon am ersten Tage der Operation Grenade zeigte sich der Erfolg. General Simpson setzte auf einer Breite von 25 km sechs Divisionen ein. Die 84. und 102. Division des 11.Korps mussten bei Linnich den Hauptangriff durchführen, weiterhin griffen die 35. und 79. Division des 16.Korps und die 29. und 30. Division des 19. Korps zum Angriff an. Ein gewaltiger Artillerieangriff leitete den Angriff ein. Die Amerikaner begannen unter dem Schutz von Artillerie, Mörser- und MG-Feuer den Übergang in Sturmbooten über den Fluss, in dem immer noch eine reißende Strömung herrschte. Viele Sturmboote kenterten. Die meisten Verluste erlitten die Amerikaner aber durch Minen und Sprengfallen wie die gefürchtete Schrapnellmine. So fielen von der 102. Division, die bei Linnich gekämpft hatte, am ersten Tage 74 Soldaten, 493 wurden verwundet und 31 galten als vermisst.

Die deutsche Luftwaffe griff die amerikanischen Brückenköpfe bei Düren, Jülich und Linnich an. Dabei wurden auch die neuartigen Messerschmitt 262 eingesetzt, aber trotz der mindestens 97 Angriffe der Luftwaffe gelang es den amerikanischen Pionieren, Behelfsbrücken über die Rur zu schlagen. Noch um 6.00 Uhr des ersten Tages der Operation Grenade überschritten die ersten Soldaten eine Behelfsbrücke vor Jülich. In den Ruinen des völlig zerstörten Düren kam es zu erbitterten Kämpfen, zwei Kasernen wurden hart verteidigt. Um Mitternacht des nächsten Tages waren alle Widerstandsnester am Flussufer ausgehoben und die Amerikaner hatten drei Brücken über die Rur in ihrer Hand. Die 9. Armee hatte in den ersten beiden Tagen der Operation Grenade, bei eigenen Verlusten von weniger als 2000 Mann, 3000 deutsche Gefangene gemacht.

In die Kämpfe am Rurabschnitt waren auf alliierter Seite hauptsächlich die Verbände der 9. und 10. US-Armee der 12. Heeresgruppe sowie der britischen 2. Armee der 21. Heeresgruppe beteiligt, vornehmlich die 84. US-Division, 102. US-Division, 104. US-Division, 29. US-Division, 30. US-Division, sowie die 2. und 6. US-Panzerdivision.

Auf deutscher Seite betrafen die Operationen besonders die Einheiten der deutschen 15. Armee und 1. Fallschirmjäger-Armee/Armeegruppe Student, später auch der 5. und 6. Panzerarmee und der 7. Armee, die allesamt der Heeresgruppe B (OB West) unterstanden. Besonders zu nennen sind hier die 340. Volksgrenadier Division, 363. Volksgrenadier Division, 15. Panzergrenadier Division, 3. Panzer Division, 9. Panzer Division, 10. SS-Panzerdivision Frundsberg, 116. Panzerdivision, 75. Infanteriedivision, 47. Volksgrenadierdivision, 12. Infanteriedivision, 246. Volksgrenadierdivision, 105. Panzerbrigade sowie die Schwere Panzerabteilung 506.



Teil 2

1. ) Die Vorbereitungen zur Verteidigung zwischen Düren und der Erft

Bereits seit dem 1. Februar 1945 hatte Feldmarschall Model täglich mit einem anglo - amerikanischen Großangriff gerechnet. Aus diesem Grund fand am 11. Februar 1945 eine Besprechung zwischen Feldmarschall Model, General Köchling und Generalleutnant Bayerlein, Befehlshaber der gleichnamigen Korpsgruppe, auf dem Gefechtsstand des LXXXL Armeekorps in Rath statt.  Ziel der Besprechung war es, zwei Panzerdivisionen im Vorraum der Erft zu stationieren und, falls notwendig, zu einem Gegenangriff in Richtung Rur einzusetzen. Die in Marsch gesetzte  9. und 11. Panzerdivision der Korpsgruppe Bayerlein sollte vorerst der Heeresgruppe unterstellt bleiben und je nach Lage eingesetzt werden. Erwartet wurden vom Heeresgruppenkommando zwei Hauptstoßrichtungen des amerikanischen Angriffs im Bereich der Rur: aus dem Raum Linnich über Erkelenz und den Erftabschnitt auf Düsseldorf, sowie aus dem Raum Jülich-Düren in Richtung Köln, da das Gelände in diesen Bereichen besonders für Panzerverbände geeignet war. Bis zum Rhein waren keine bedeutsamen, natürlichen Hindernisse vorhanden, die den Vormarsch hätten stoppen können. Der Hambacher Forst und der ausgedehnte Elsdorfer Wald erschwerten jedoch den Einsatz von Panzerverbänden. Das Gelände zwischen Düren und der Erft war ähnlich günstig wie das weiter nördliche Gelände. Aus beiden Angriffsrichtungen könnte sich die feindliche Überlegenheit der Panzerkräfte voll auswirken. Aus diesem Grund musste eine Panzerabwehr durch Pak (Panzerabwehrkanonen) und den vorhandenen Panzerjägern "Hetzer" sorgfältig vorbereitet werden. Eine besondere Bedeutung stellte der sogenannte Pakriegel zwischen Düren und Erkelenz dar. Er bestand aus 108 Kanonen vom Kaliber 7,5 cm, die auf festen Sockeln montiert waren,  in einer Tiefe von etwa vier Kilometern hinter der deutschen Frontlinie. Diese Stellungen konnten auch für den infanteristischen Kampf genutzt werden. Da die Stellungen jedoch aus der Luft trotz guter Tarnung für den Feind erkennbar waren, schlug der mit der Überprüfung beauftragte General Bayerlein vor, Scheinanlagen in doppelter bis dreifacher Zahl zu errichten, um so den feindlichen Beschuss zu zersplittern und die zahlreichen Stellungen der Pak vor der Vernichtung zu bewahren. Für diese Scheinanlagen, sowie für Panzergräben und Sperren an den Ein- und Ausgängen der Ortschaften, stand der Volkssturm zur Verfügung. Dies führte aber, wie sich später herausstellte, nur zu einem mäßigen Erfolg. Feldmarschall Model und das OKW versprachen sich aber, fälschlicherweise, sehr viel von diesem Pakriegel. 



2. ) Der amerikanische Grossangriff beginnt

Bericht eines Kampfteilnehmers vom  23.02.1945

Um 02:45 Uhr setzte schlagartig ein massives Trommelfeuer auf die HKL und Jülich ein und hielt mit unverminderter Härte bis 07:00 Uhr an, und bereits um 10:00 Uhr war der Amerikaner am Jülicher Bahndamm. Es zeichneten sich am Nachmittag drei Angriffsrichtungen der Amerikaner ab. Der Hauptstoß sollte über die Reichsstrasse 55  (heute B 55) über Stetternich nach Steinstraß, Richtung Krauthausen - Niederzier und Richtung Mersch - Welldorf erfolgen.

Am Abend des 23. Februar 1945 waren die Schwerpunkte des Angriffs im Raum Linnich - Jülich, sowie im Raum Düren zu erkennen. Hier gelang es den Amerikanern, kleine Brückenköpfe zu bilden. Am späten Nachmittag standen bereits amerikanische Panzer am Ostufer der Rur. Bei Hückelhoven entstand bereits ein großer Brückenkopf, dies konnten auch die deutlich angeschlagene 183. Infanteriedivision sowie die im Raum Linnich eingesetzte 59. Infanteriedivision nicht verhindern. General von Zangen, Befehlshaber der 15. Armee, hoffte jedoch, die 59. Infanteriedivision werde die Rurfront zurückgewinnen. In der Nacht zum 24. Februar traf Feldmarschall Model erneut auf dem Gefechtsstand in Rath ein, um mit den Kommandeuren die kritische Lage zu besprechen. Die Brückenköpfe sollten durch einen Gegenangriff beseitigt werden, wobei er auf die Wirksamkeit des Pakriegels zwischen Düren und der Erft vertraute. Die im Anmarsch befindliche 9. und 11. Panzerdivision kamen nicht zum Einsatz. Am nächsten Tag, als der Gegenangriff der 59. Infanteriedivision, sowie der 363. Volksgrenadierdivision im Raum Jülich keine Wirkung zeigte, schob sich die 9. Panzerdivision im Osten entlang der Straße Bergheim-Jülich bis westlich Steinstraß vor, um - sollte der Feind weiter nach Osten vorstoßen - einen Gegenangriff anzutreten. Die bei Jülich eingesetzten Do-Werfer Batterien der 15. Volks-Werfer Brigade erlitten an diesem Tag schwere Verluste, als sie beim Stellungswechsel am Ortsrand von Jülich von amerikanischen Panzern überrascht wurden. Es folgte ein Stellungswechsel in den Raum Oberembt. Zu dieser Zeit trafen die ersten Teile der 9. Panzerdivision in Steinstraß ein. Westlich von Steinstraß gelang es der Aufklärungsabteilung und dem I./ Panzergrenadierregiment 11 mit  Unterstützung der 363. Volksgrenadierdivision einen feindlichen Angriff zeitweise zu stoppen. Am 25. Februar 1945 begann um 21:45 Uhr  ein massiver Beschuss auf Steinstraß und Lich durch amerikanische Artillerie. Aus südwestlicher Richtung näherte sich das 743th US Tank Bataillon mit aufgesessener  (117th) Infanterie, bis etwa 100 Meter vor Steinstraß und Lich. Im erbitterten Nahkampf gelang es der amerikanischen Infanterie, die deutschen Stellungen vor den Orten auszuschalten. Gegen Mitternacht erfolgte ein Sturmangriff auf beide Orte, die durch die verbliebenen Reste des I. / Panzergrenadierregiment 11, sowie der 363. Volksgrenadierdivision stark verteidigt wurden. Es begann ein für beide Seiten verlustreicher Häuserkampf. Am 26. Februar 1945 nach Mitternacht begannen bereits die Vorbereitungen zum Angriff auf Oberembt. Ziel war es, Oberembt noch vor Sonnenaufgang um etwa 07:00 Uhr einzunehmen.



Teil 3


Düren fällt - der Vorstoß auf Kerpen

Am 25.02.1944 kämpften deutsche Truppen noch erbittert um einzelne Häuserblocks im Süd- und Ostteil von Düren, wobei die Amerikaner bereits zahlreiche Panzer zum Einsatz bringen konnten. Bei Düren und Arnoldsweiler kam es zwischen den amerikanischen Panzern und den wenigen deutschen Sturmgeschützen zu harten Kämpfen, wobei es für die deutsche Division noch einzelne Erfolge zu verzeichnen gab.

Am Spätabend des 25.02.1945 gingen Düren und Arnoldsweiler dann endgültig verloren. Mit einem überraschenden Vorstoß der 8. und 104. amerik. Inf. Division am gleichen Abend gelang es ihnen, Golzheim einzuschließen und zu nehmen. Ein sofort angesetzter Gegenangriff der Heeres-Sturmgeschütz-Brigarde konnte Golzheim nicht mehr befreien.

Im Gegensatz zu der bisher bekannten Kampfweise, bei der die Amerikaner in der Regel die Angriffe bei Abenddämmerung einstellten, setzten sie in dieser Angriffsschlacht die Kampfhandlungen bei Tag und Nacht fort. Da sie stets frische Infanterie ins Gefecht bringen konnten, auf deutscher Seite aber die gleichen Soldaten weiter kämpfen mussten, war die Überanstrengung der deutschen Soldaten außerordentlich. Es wurde angenommen, dass zahlreiche deutsche Soldaten in amerikanische Gefangenschaft gerieten, weil sie vor Erschöpfung nicht mehr weiter kämpfen konnten.

Am Abend des 26.02.1945 gingen Manheim und Buir verloren. Die Amerikaner standen  damit nun vor der C-Stellung, der dritten und letzten Verteidigungslinie vor der Erft. Im nördlichen Frontabschnitt der 3. Panzer Gren. Division waren die Amerikaner bereits durchgebrochen. Zu harten Kämpfen kam es in der Nacht vom 26. auf den 27. Februar 1945  um Blatzheim. Die Ortsbesatzung, das Feld-Ers. Btl., wurde eingeschlossen und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Beiderseits der Autobahn gelang den Amerikanern am frühen Nachmittag des 27.02.1945 nach heftigen Panzerkämpfen ein tiefer Einbruch. Am Abend standen die Amerikaner dann auch hier vor der Erft-Stellung.

Die Verteidiger der Erft-Stellung bestanden weitgehend aus wenig kriegserfahrenen, meist älteren Soldaten, zusammengewürfelt aus verschiedenen Divisionen. Am 28.02.1945 stießen amerikanische Truppen weiter entlang der Autobahn vor. In der Gegend von Mödrath, im Bereich der 3. Panzer Gren. Division, erzielten sie örtliche Einbrüche in die Erft-Stellung.

Die Amerikanische Luftwaffe griff bei Tage fast pausenlos in die Erdkämpfe ein, bombadierte die Ortschaften im Hinterland und versuchte so, die Straßenverbindungen für den deutschen Nachschub zu unterbrechen oder unbrauchbar zu machen. Zusätzlich entstand durch amerikanischen Artilleriebeschuss erhebliche Zerstörung.

 

Der Kampf um Kerpen

Bericht eines amerikanischen Kampfteilmehmers

27. Februar 1945

In dieser Nacht griffen die 3. Abteilung der 121. und ein Sonderkommando der 3. gepanzerten Division gemeinsam die Stadt Kerpen an, um sie einzunehmen. Die 121. Infanterie übernahm den nördlichen Teil. Es war bekannt, dass die Deutschen die Stadt mit starken Infanterieteilen und Hochgeschwindigkeitswaffen verteidigten. Zwei versuchte Gegenangriffe waren abzuwehren, bevor sich die Möglichkeit der Zurückwerfung ergab. Zivilisten, viele von ihnen Fremdarbeiter, die darauf bedacht waren, der Stadt zu entfliehen, behinderten die Truppen beim Vorrücken, aber als sie erst einmal unter Kontrolle waren, machte der Angriff schnelle Fortschritte. Kerpen wurde nach erbitterten Straßenkämpfen am nächsten Morgen eingenommen. Panzer und gepanzerte Kampfwagen der 740. und 644. begleiteten das Vorrücken der Infanterieteile durch die Stadt, während die vom Feind besetzten Gebäude mit ihren schweren Geschützen in die Luft flogen.

Die 1. Abteilung der 121. Division, rückte an der 3. Abteilung in Kerpen vorbei zum drei Meilen östlich gelegenen Erftkanal vor. Nach dem Erreichen des Kanals um 4 Uhr am nächsten Morgen, versuchten die Truppen einen Brückenschlag an der Hauptstraße Kerpen-Mödrath. Sie trafen auf intensives automatisches Feuer des Feindes. Zunächst versuchten sie durch die Waldungen zu kommen und den Kanal tausend Fuß nördlich der Straße zu überqueren. Diesmal liefen sie direkt vor vier deutsche Panzer. Ein harter Gegenangriff kostete das 1. Batallion viele Verluste. Die Einheit wich etwas zurück und bereitete die Überquerung des Kanals im Schutz künstlichen Nebels vor.

Panzer und gepanzerte Kampffahrzeuge zogen während des Morgens herauf, aber bevor sie den Kanal überqueren konnten, gelang es dem Feind die Brücke zu stürmen. Im weiteren Verlauf des Tages überquerten Fußtruppen der 1. Abteilung den Kanal und kämpften den Weg zum westlichsten Abschnitt von Mödrath frei. Erfahrene feindliche Truppen, vorwiegend verwundete Veteranen von anderen Kriegsschauplätzen, wehrten sich entschlossen gegen die Angreifer. Die Kompanien A und B rückten langsam bis zur Ortschaft vor, bis sie an einem zwanzig Fuß hohen Bahndamm von heftigem Schnellfeuergewehrbeschuss aufgehalten wurden. Hier wurde die 1. Abteilung aufgehalten, bis der Kanal überbrückt und das Kriegsgerät vorangebracht werden konnte.

Das 8. Patrollienschwadron, ergänzt um eine Panzertruppe und einen Zug gepanzerter Fahrzeuge, operierte als Sonderkommando. Ausgesandt, um ein höher gelegenes Gelände südöstlich von Kerpen auszuspähen, stieß eines der gepanzerten Fahrzeuge auf zwei Scheunen. Nach ein paar Salven in die Scheunen machten sie sich die Straße hinab aus dem Staub. Bei zahlreichen Gelegenheiten hatten sich bei ähnlichen Aktionen solche Scheunen auf friedlichen deutschen Feldern als motorisiert und gut ausgerüstet erwiesen.

 

Wehrmachtsbericht vom 27.02.1945

Die Materialschlacht an der Roer hat gestern noch an Heftigkeit zugenommen. Im Raum Erkelenz, östlich Jülich und nordöstlich Düren wurde der massiv angreifende  Feind aufgefangen und sein Durchbruch verhindert. In den letzten 3 Tagen schossen unsere Truppen hier 170 feindliche Panzer ab.

  • Informationen und Aufnahmen
    Weitere Informationen, sowie seltene Filmaufnahmen zur Überquerung der Erft finden Sie unter diesem Link



Teil 4


Der Nachtangriff auf Oberembt

Kurz nach Mitternacht, am 26.02.1945 um 02:00 Uhr, sollte der Angriff auf Oberembt erfolgen. Dieser Plan wurde jedoch durch einen deutschen Gegenangriff, begünstigt durch die Dunkelheit, zunichte gemacht. Von Osten näherten sich deutsche Panzer und Infanterie Steinstrass und verwickelten die bereitstehenden amerikanischen Truppen in ein heftiges Gefecht. Erst ein Volltreffer an einem deutschen Transportfahrzeug durch einen amerikanischen Panzerzerstörer zwang die deutschen Angreifer zum Rückzug.

Um 05:00 Uhr rückte das 117. US Infantry Regiment mit dem 743. Tank Bataillon von  Steinstrass über Lich und das 120. US Infantry Regiment mit dem 744. Tank Bataillon vom Ortsrand vor Steinstrass zum Angriff auf Oberembt vor.

Um das Ziel in der Dunkelheit für die angreifenden US Truppen sichtbar zu machen, wurde Oberembt von Steinstrass aus mit Phosphorgranaten beschossen. Bereits nach etwa 30 Minuten erreichte das 117. US Infantry Regiment mit dem 743. Tank Bataillon die erste deutsche Straßensperre. Nach einem kurzen, aber heftigen Gefecht, auf amerikanischer Seite fiel Leutnant George Dail vom 117. US Infantery Regiment / 30. Infantry Division aus North Carolina, zogen sich die deutschen Verteidiger zurück.

Inzwischen rückte auch das 120. US Infantry Regiment mit dem 744. Tank Bataillon, unter der Führung von Captain Stoffer, vom Waldrand der Bürge bei Steinstrass über das Feld in Richtung Oberembt vor.  Aber schon etwa 1500 m vor Oberembt  wurde der amerikanische Vormarsch durch massiven deutschen Beschuss aller Kaliber aus dem Ort und einem Minenfeld vor dem Ort zum Stillstand gebracht. Zwei amerikanische Sherman Panzer stürzten in einen Bombenkrater, ein zu Hilfe gekommener T-2 Bergepanzer fuhr auf eine Panzermine. Erst jetzt bemerkten die amerikanischen Truppen, dass sie sich in einem Minenfeld befanden. Deutsche Panzer vom Typ "Panther" der 9. Panzerdivision, mit den von den amerikanischen Truppen gefürchteten 8,8 cm Kanonen, setzten zum Gegenangriff an. Die Hölle brach los, es folgte ein heilloses Durcheinander, da man die auf dem Feld befindlichen Panzer nicht voneinander unterscheiden konnte. Aus dem Ortskern von Oberembt feuerte die Sturm-Mörser-Batterie 1001 mit 38-cm-Geschossen auf die Angreifer.

In einer nach dem Krieg vom Command and General Staff College durchgeführten  Untersuchung fällt hier das erste Mal die Bezeichnung " Friendly Fire " (versehentlicher Beschuss der eigenen Truppen) in der amerikanischen Kriegsführung.

Colonel Frankland forderte über Funk umgehend Verstärkung durch Panzer an.

Nordwestlich, auf der linken Seite, war das 117. US Infantry Regiment mit dem 743. Tank Bataillon bis auf 500 m unter ständigem Beschuss an Oberembt heran gekommen. Infanteristen machten sich zusammen mit Panzern bereit zum Sturmangriff auf den nordwestlichen Teil von Oberembt. Unter dem Dauerfeuer amerikanischer  Infanteristen und Panzer konnte man bis auf die Höhe der Kirche, über "Auf dem Lütterchen" vorrücken. Die amerikanischen Soldaten stießen hier auf Fahrzeuge der deutschen Wehrmacht, die verlassen, aber mit laufenden Motoren, an der Kirche abgestellt waren.

In dieser Zeit hatte das 120. US Infantry Regiment mit dem 744. Tank Bataillon im Süden, wenn auch schleppend, Verstärkung erhalten und stand bei Sonnenaufgang nun unmittelbar vor der Buschgasse im Nahkampf mit den deutschen Verteidigern. Bei diesen Kämpfen fand der Zugführer First Lieutenant Theodore W. Hart vom 117. Infantry Regiment / 30. Infantry Division aus Michigan, unter Umständen, die nie ermittelt wurden, den Tod. Amerikanische Sherman-Panzer kamen zum Einsatz und konnten bis hinter die Kreuzung Jülicher Strasse / Buschgasse auf die Neusser Strasse vorrücken. Vor dem Haus Neusser Strasse 14 stand zu dieser Zeit ein Sturmtiger der 1001. Sturm-Mörser-Batterie. Der noch junge und unerfahrene Fahrer, Oberkanonier Kurt Heinrich Karl Steinacker, hatte sich hier festgefahren, als er sich mit seinem Panzer in Richtung Kirchtroisdorf absetzen wollte. Ein in Höhe der Hausnummer 8 stehender Sherman Panzer eröffnete das Feuer und traf den Sturmtiger mehrmals im Bereich des Motors. Die Besatzung des deutschen Sturmtigers stieg aus, amerikanische Infanteristen liefen auf den Sturmtiger zu und schrieen "Hands up" (Hände hoch). Oberkanonier Steinacker wollte sich jedoch einer Gefangennahme widersetzen und versuchte in Richtung Finkelbach zu fliehen. Trotz mehrmaligem Anrufen eines amerikanischen Soldaten blieb er nicht stehen und wurde daraufhin erschossen. Sein Grab befindet sich heute auf dem Soldatenfriedhof Oberembt, Grab 19.

Um 18:00 Uhr fand in Oberembt eine Besprechung zum Angriff auf den Ort statt.

Anwesend waren die Bataillonskommandeure und Kompanieführer sowie eine

zur Unterstützung beim Minenräumen anwesende englische Panzereinheit.

Es wurde festgestellt, dass beim Angriff auf Oberembt gravierende Fehler in der strategischen Führung gemacht wurden.

Der Angriff hätte nach Sonnenuntergang erfolgen müssen, um das Ziel vor Mitternacht zu erreichen.

Es wurden zu viele Truppen auf den Angriff konzentriert und diese waren dadurch sehr anfällig auf feindliches Artilleriefeuer.

Die Truppen wurden gleichzeitig auf zwei Ziele, nordwestlich und südlich Oberembt, eingesetzt. Eine sorgfältigere Ausrichtung der Angriffspunkte hätte erfolgen müssen.

In der Nacht vom 26.02. auf den 27.02.1945 begann der Angriff der US Streitkräfte auf Kirchtroisdorf, Kleintroisdorf und Pütz.

Noch Tage nach den Kampfhandlungen in Oberembt besichtigten amerikanische Soldaten den Sturmtiger, hatten sie einen Panzer von dieser Grösse und Feuerkraft doch bisher noch nicht aus der Nähe gesehen. Schnell erhielt der Panzer einen Namen : The Monster of Oberembt.

In der Nacht vom 26. auf den 27. Februar erfolgte der Angriff auf Kirchtroisdorf, Kleintroisdorf und Pütz.







Infoboxen

Burg Reuschenberg, ein Sonderfall...

Reuschenberg

Die mittlerweile im Braunkohlentagebau Hambach untergegangene Burg Reuschenberg war eigentlich so etwas wie das Wahrzeichen der Gemeinde Elsdorf, auch wenn nicht unbedingt jeder Einwohner Elsdorfs oder aus den benachbarten Ortschaften mit dem altehrwürdigen Bauwerk abseits der Straße Richtung Jülich in Berührung kam.